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Stadt Lichtenfels  |  E-Mail: rathaus@lichtenfels.de  |  Online: http://www.lichtenfels.de

Baulückenkataster

Das Baulückenkataster liegt im Liegenschaftsamt und im Stadtbauamt zur Einsicht auf.

Es enthält eine Lagebeschreibung, die mögliche Bebauung und den Erschließungsgrad von Baugrundstücken. Ein zugehöriger Lageplan zeigt den jeweiligen Grundstückszuschnitt auf.

 

1. Baulückenerhebung

Im Stadtgebiet der Stadt Lichtenfels wurden bis zum 28.02.2005  617 Grundstücke einer Wertung als Baulücke unterzogen und dabei abschließend 471 Baulücken festgestellt. Diese Zahl macht deutlich, dass das Baulückenpotenzial in Lichtenfels sehr umfangreich ist. Im Hinblick auf einen weiteren Wohnflächenbedarf sollte es deshalb als maßgebliches bodenpolitisches Ziel der Stadt Lichtenfels angesehen werden, die vorhandenen Baulücken einer Bebauung zuzuführen.

 

Das Baulückenkataster enthält neben den Angaben über Lage, Gemarkung, Flurnummer, Grundstücksgröße, derzeitige Nutzung und Besitzverhältnisse auch Aussagen zur planungsrechtlichen Situation.

 

Es wird jedoch gleichzeitig darauf hingewiesen, dass das Baulückenkataster nicht als vorweggenommene Baugenehmigung für die beschriebene Baulücke verstanden werden darf. Eine Baugenehmigung muss im Bedarfsfall für jede Baulücke beantragt werden.

 

Mit diesem Baulückenkataster wird eine flächendeckende Erfassung der im Stadtgebiet vorhandenen Baulücken vorgelegt. Es dient u.a. dazu, dem bauwilligen Bürger die Möglichkeit an die Hand zu geben, sich aktuell, schnell und umfassend über geeignete Grundstücke im Stadtgebiet zu informieren. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind im Baulückenkataster keine Angaben über Grundstückseigentümer, Mieter, Pächter oder sonstigen Nutzer des untersuchten Grundstücks enthalten. Beschrieben wird in der Baulückenbeschreibung lediglich, ob sich das Grundstück im privaten oder städtischen Besitz befindet. Die Erfassung der Baulücken erfolgte auf der Grundlage von Katasterkarten, dem Flächennutzungsplan sowie einer umfassenden Ortsbegehung.

 

Zur Eintragung der Daten des Planungsrechts wurden die vorhandenen Bebauungspläne herangezogen und in Gebieten ohne Bebauungsplan (Innenbereich) wurde die tatsächliche Bausituation beurteilt. Die Erschließungssituation wurde in Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung, dem Tiefbauamt, den Stadtwerken, der E.ON, der SÜC und den Zweckverbänden der Wasserversorgung erfasst. Trotz flächendeckender Erhebung kann das Baulückenkataster keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass Baulücken zwischenzeitlich bereits bebaut worden sind.

 

Jede Baulücke ist mit einer Nummer auf einem eigenen Beschreibungsblatt dargestellt. Anhand der Straßenbezeichnung ist im beigefügten Lageplan eine schnelle Übersicht über die Lage der Baulücke möglich.

 

Das Beschreibungsblatt enthält einen Kartenausschnitt Maßstab 1 : 1000. Die Baulücke ist schraffiert dargestellt. Weiterhin enthält dieses Blatt folgende Angaben:

  • Lagebeschreibung

hier wird neben der Beschreibung der örtlichen Lage des Grundstücks, der Stadtteil, die Straße, die Gemarkung, die Flurnummer und die ungefähre Grundstücksgröße, der Eigentümer (städtisch, privat) sowie die derzeitige Nutzung angegeben.

  • Mögliche Bebauung

hier werden die Rechtsgrundlage, die zur Beurteilung der Baulücke infrage kommt (rechtskräftiger Bebauungsplan mit Plannummer oder § 34 BBauG-Innenbereich), die Art der Nutzung (z.B. Wohn- Mischgebiet), die Bauweise, die Anzahl der Baurechte sowie das Maß der baulichen Nutzung angegeben.

  • Erschließung

hier wird beschrieben inwieweit bzw. welche Erschließungsleistungen bereits vorliegen.

 

Das Baulückenkataster gewährt nur einen Überblick über bebaubare Grundstücke. Grundstückseigentümer, Bürger, Investoren und Architekten können sich im Einzelfall über die Bebauungsmöglichkeiten zur Erschließung einer Baulücke zusätzlich durch die Bauverwaltung beraten lassen.

 

2. Baulückenkataster

Mit dem Baulückenkataster soll dem Stadtrat und der Verwaltung eine Übersicht über die im Stadtgebiet noch vorhandenen aber bislang nicht ausgeschöpften Bebauungsmöglichkeiten an die Hand gegeben werden. Es dient als Grundlage für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans, der die Ausweisung neuer Wohnbauflächen enthält und dabei den Baulückenbestand berücksichtigen soll.

 

Unter Baulücke ist ein unbebautes oder geringfügig bebautes Grundstück zu verstehen, das den Bebauungszusammenhang entlang einer im wesentlichen fertigen Straße unterbricht. Die Erschließung dieses Baugrundstückes ist in ausreichendem Umfang gesichert.

 

Eine allgemein gültige größenmäßige Abgrenzung der Baulücke gibt es nicht. Bei der Bestimmung einer Baulücke wird vom städtebaulichen Bebauungszusammen­hang ausgegangen. Im Allgemeinen werden nur Flächen mit einer Größe bis zu 0,5 ha noch als Baulücke bezeichnet. Größere bebaubare Grundstücksflächen sind als Reserveflächen anzusehen und sind ebenfalls im Baulückenkataster aufgeführt. Baulücken sind planungsrechtlich entweder nach den Festsetzungen eines Bebauungsplanes oder nach

§ 34 BBauG (Innenbereich) Bauflächen, die im wesentlichen erschlossen und bebaubar sind und deren Bebauung städtebaulich erwünscht ist.

 

Die Baulücken können deshalb wie folgt unterschieden werden:

  • Klassische Baulücke

Diese umfasst ein oder mehrere Grundstücke in einem im Zusammenhang bebauten Gebiet. Die Erschließung ist im Großen und Ganzen gesichert. Abgesehen von nur einem noch zu erstellenden geringen Erschließungsaufwand oder einer geringen Bodenordnung. Die Baulücke ist in der Regel sofort bebaubar.

  • Geringfügig bebaute klassische Baulücke

Eine solche Baulücke liegt vor, wenn die Bebauung erheblich unter dem Maß der zulässigen oder üblichen Bebauung liegt, die Bauart behelfsmäßig ist oder auf Widerruf genehmigt wurde. Der Bestand wird mit dem verglichen, was auf dem Grundstück zulässig wäre.

  • Falsch genutzte Flächen
    Dieses sind Flächen, die z.B. ehemals gewerblich oder industriell genutzt waren, ggf. noch eine solche Restnutzung aufweisen und sich als Wohnbauflächen anbieten. Eine Umnutzung und in Ausnahmefällen auch eine Umwidmung wäre aus städte­baulichen Gründen notwendig. Auch hier wäre keine oder nur geringe bodenordne­rische Maßnahmen und kein oder nur ein geringer Erschließungsaufwand notwendig.
  • Arrondierungsflächen

Das sind Flächen in direktem Anschluss an oder zum Teil umgeben von vorhandener Bebauung, wo Erschließungsvorleistungen der Gemeinde und städtebauliche Gründe eine Abrundung der Bebauung nahe legen.

 

Ziel der Baulückenerhebung ist es, die Baulücken schneller der städtebaulich geeigneten Nutzung zuzuführen. Dies führt dazu, dass Bauwillige schneller

Wohneigentum erhalten als dies mit langwierigen Bauleitplanverfahren bei Neuausweisung von Wohnbauland der Fall sein kann.

 

Schließlich wird damit auch erreicht, dass sich Lücken in bestehenden Baugebieten schließen und so die Ausweisung von Wohnbauflächen an der Peripherie der Stadt reduziert werden kann, die neben dem Flächenverbrauch auch mit hohem Investitionsaufwand seitens der Stadt verbunden ist.

 

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