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Trinkwasser als Lebensmittel

"Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser; aus Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück." (Thales von Milet, um 650 - 560 v. Chr., griechischer Naturphilosoph)

Wasser und Erde 

Ohne Wasser wäre unsere Erde eine lebensfeindliche Wüstenlandschaft wie zum Beispiel der Mond oder die anderen Planeten unseres Sonnensystems. Alles Leben auf unserem Planeten konnte sich erst aufgrund der Existenz von Wasser entwickeln. Wasser hat nämlich die wichtige Eigenschaft, wärme zu speichern. So wurden die gewaltigen Urmeere zu großen Speichern der aufgenommenen Sonnenenergie und ermöglichten die Entwicklung von Lebewesen.

Ein Blick vom Mond aus zeigt, dass die Erde von weitem wie eine blaue Kugel aussieht.

 

Die Ozeane bedecken über zwei Drittel unserer Erdoberfläche (rund 72 Prozent). Festes Land macht weniger als ein Drittel der Erde aus

(rund 29 Prozent). Das wird deutlich, wenn wir die Satellitenfotos betrachten, die unseren Planeten aus großer Entfernung wiedergeben. Die Erde sieht dort aus wie eine schöne, blaufarbige Wasserkugel.

 

Wasservorräte der Erde

Wasser ist also genügend da. Allerdings führt seine genaue Verteilung in den verschiedenen Erscheinungsformen zu einer besonderen Gewichtung:

 

  • 97,2 % des gesamten Wasservorkommens auf der Erde ist salziges Meerwasser, ungenießbar für uns Menschen.

In km³ ist das die unvorstellbar große Wassermenge von

1 321 890 000 km³. (1 km³= 1 Milliarde m³)

 

  • 2,14 % Wasser sind in den Polkappen und Gletschern als Eis gebunden.

     

  • 0,001 % Wasser sind ständig in der Atmosphäre (Wolken, Nebel, Wasserdampf).

     

    Meerwasser schlägt an die Felsküste, dabei bildet sich auf der Wasseroberfläche Gischt.

  • 0,6 % oder 8,7 Millionen km³ Wasser stehen als Süßwasser in Form von

- Oberflächenwasser in Seen und 

   Flüssen (3%) und

- Grundwasser - unterirdisch bis

  zu 800 m - (97 %)

zur Verfügung.

 

Merke: Gemessen am Gesamtvorrat ist die zur Trinkwasserversorgung nutzbare Wassermenge sehr gering!

 

Ein einfaches Beispiel zeigt die Aufteilung der Wasservorräte auf der Erde: Ihr nehmt ein Vollbad mit rund 150 Litern Wasser (140 bis 180 Liter passen in eine Badewanne). Wenn 150 Liter Wasser der Gesamtmenge des Wasservorrats der Erde entsprechen, dann sind davon knapp

4,2   Liter (1/2 Eimer voll) Süßwasser.

        Von diesen sind wiederum

3,2   Liter Eis (Polar und Gletscher),

1      Liter Grundwasser und nur

0,02 Liter (= 1 Schnapsglas) Oberflächenwasser (Flüsse und Seen).

 

Eine menschliche Statue steht neben einem Kaktus, der Wasseranteil, beim Menschen 70 Prozent und beim Kaktus 90 Prozent, ist jeweils blau eingefärbt.

  Wasser - Grundlage des Lebens

  Wie für alle Pflanzen und Tiere, so ist

  das Wasser auch für den menschlichen

  Körper lebenswichtig. Bis zu 70 Prozent

  unseres Gewichts beträgt der 

  Wasseranteil.

  Manche Pflanzen, zum Beispiel die

  Sonnenblume, setzen sich sogar bis zu

  97 Prozent aus Wasser zusammen. Die

  chemisch-physikalischen Vorgänge in

  den Zellen und der Stoffwechsel von

  Mensch, Tier und Pflanze sind ohne

  Wasser als Träger von Nährstoffen und

  als Quellungs- und Lösungsmittel

  undenkbar.

 

Hintergrund-Info: Was ist Wasser?

"Verantwortlich" für die einzigartigen Fähigkeiten des Wassers ist seine chemische Zusammensetzung aus den zwei der am weitesten verbreiteten Elemente, nämlich Wasserstoff und Sauerstoff. Die chemische Formel dafür lautet: H2O = zwei Teile Wasserstoff (H von Hydrogenium) haben sich mit einem Teil Sauerstoff (O von Oxygenium) verbunden.

 

Der Kreislauf des Wassers

Das Wasser der Erde ist nicht vermehrbar, aber es kann auch nicht verloren gehen. Es bewegt sich ständig in einer Vielzahl von Kreisläufen. Der wichtigste ist der zwischen Meer, Luft und Land.

Sonne und Wind sorgen dafür, dass das Wasser ständig an der Oberfläche der Meere und Kontinente verdunstet, Wolken bildet und als Niederschlag in der Form von Regen, Schnee, Nebel oder Hagel wieder zurückkehrt.

 

Ein Teil davon

  • regnet über dem Land ab,
  • versickert im Boden und wird zu Grundwasser, oder
  • fließt in Bächen, Flüssen und Strömen ins Meer (Oberflächenwasser).

 

Wasserkreislauf in stilisierter Form

   Ein weiterer Teil des Regens verdunstet

   noch während des Niederschlags. Auch

   aus Pflanzen verdunsten erhebliche

   Mengen Wasser. Das restliche Wasser

   verdunstet aus Flüssen und Seen, von

   Dächern, Straßen und Plätzen. Der

   Kreislauf schließt sich:

   - Verdunsten,

   - Regnen,

   - Versickern,

   - Fließen.

 

 

Merke: Über dem Meer verdunstet in jeder Minute rund eine Milliarde m³. Das entspricht etwa einem Drittel der Wassermasse des gesamten Starnberger Sees!

 

"Umgangssprachlich wird häufig noch vom ´Wasserverbrauch´ gesprochen. Das ist falsch! Warum? Hier die Antwort - falls Ihr nicht schon selbst darauf gekommen seid: Wir wissen jetzt, dass Wasser nicht verloren geht -  und damit auch nicht ´verbraucht´ werden kann; denn es bewegt sich im ständigen Kreislauf, also: ´WASSERGEBRAUCH´."

 

Wasser - vielfältige Nutzung

Wasser wird von uns auf vielfache Art unmittelbar und mittelbar genutzt.

 

Beispiele für die Nutzung

 

Ein Männchen trinkt aus dem Wasserglas

 Wasser als Trinkwasser

 —> Lebensmittel 

Ein Kraftwerk mit Kühlturm

 Wasser als Kühlmittel

 —> Kraftwerk 

Ein Männchen putzt Fliesen mit einer Zahnbürste

 Wasser als Reinigungsmittel

 —> Säubern / Reinigen

Ein Männchen steht vor einer Mühle

 Wasser als

 Produktionsmittel

 —> Landwirtschaft

Ein Schiff fischt mit einem Netz einen Tintenfisch aus dem Meer

 Wasser als Lebensraum

 —> Nahrungsquelle

Ein Wasserkraftwerk an einem Fluss

 Wasser als

 Energielieferant

 —> Fluss- / Wasserkraftwerk

Ein Männchen sitzt im Segelboot, aus dem Wasser ragt eine Haifischflosse

 Wasser als Erholungs- und

 Freizeitraum

 —> Gesundheit / Sport

Zwei Männchen sitzen in einem Thermalbrunnen

 Wasser als Heilmittel

 —> Thermalbäder

Männchen steht vor einem Industrieabfluss und hält sich die Nase zu

 Wasser als Betriebswasser

 (Brauchwasser)

 —> Fabrik / Industrie

Zwei Schiffe fahren auf dem Meer

 Wasser als

 Transportmittel

 —> Schifffahrt

 

Mit Absicht steht in der Tabelle Trinkwasser fettgedruckt an erster Stelle:

Trinkwasser ist das Lebensmittel Nr. 1!

 

Trinkwasser - Lebensmittel Nr. 1

Die Anforderungen an die Qualität des Trinkwassers sind gesetzlich genau geregelt. Danach muss Trinkwasser frei sein von Krankheitserregern und darf Inhaltsstoffe nur in bestimmten Konzentrationen enthalten. Es soll "appetitlich, farblos, klar, kühl, geruchlos und geschmacklich einwandfrei sein."

Das Lebensmittel in dieser hohen Qualität zu liefern, ist die Aufgabe der Wasserwerke. 98 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepubik Deutschland sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Eine Drehung am Wasserhahn - und das Trinkwasser fließt ...

 

Hintergrund-Info

Wasser: Lebensmittel wofür?

Bei allem, was der Mensch durch seine Arbeit schafft, wird Wasser gebraucht. Die Landwirtschaft beregnet ihre Felder und Gärten, die Industrie braucht es für Ihre Produktion, die Kraftwerke für Kühlzwecke. An erster Stelle aller Wassernutzung muss jedoch die öffentliche Wasserversorgung stehen. Im Bundesdurchschnitt verbraucht jeder Bürger rund 145 Liter Trinkwasser pro Tag (einschließlich der Mengen, die an Gewerbebetriebe - zum Beispiel Friseure, Metzger, Bäcker, aber auch an Autowaschanlagen - gehen).

 

Wasserverwendung bei uns zu Haus:

 

Ein Männchen kocht am Herd

 

1. Essen und Trinken

 

Kaffeekochen (8 Tassen)

1 Liter

Kochen

(z.B. Kartoffeln für 4 Personen)

 

1 Liter

Trinken (2 Gläser)

0,5 Liter

Reinigen von Lebensmitteln:

 

Gemüsewaschen

3 bis 5 Liter

Obstwaschen

2 bis 4 Liter

 

Ein Männchen sitzt mit einer gelben Ente in der Badewanne

 

2. Baden - Duschen - Körperpflege

 

ein Vollbad

140 bis 180 Liter

ein Duschbad

60 bis 90 Liter

Zahnpflege

0,5 Liter

einmal Händewaschen

2 bis 3 Liter

eine Morgenwäsche

3 bis 5 Liter

 

Ein Männchen steht vor der Toilette und betätigt die Spülung

 

3. Toilette

 

Spülgang:

 

mit Spülkasten (normale Bauart)

6 bis 14 Liter

mit Spülkasten mit Spartaste

(falls das Toilettenbecken geeignet ist)

 

6 Liter

mit Druckspüler

6 bis 14 Liter

 

Ein Männchen sitzt auf der Waschmaschine und liest Zeitung, daneben liegt eine Wäscheklammer

 

4. Wäschewaschen

 

ein Waschgang:

 

Normalprogramm

etwa 120 Liter

Sparprogramm

etwa 80 Liter

 

Ein Männchen spült Geschirr

 

5. Geschirrspülen

 

ein Spülgang:

 

Normalprogramm

etwa 45 Liter

Sparprogramm

etwa 25 Liter

Handwäsche

etwa 40 Liter

 

Wasser muss geschützt werden

Vorsorge treffenBlaues Schild mit der Aufschrift -Wasserschutzgebiet-

In der Bundesrepublik Deutschland ist Wasser fast

überall in ausreichender Menge vorhanden. Aber die Selbstverständlichkeit und häufig auch Sorglosigkeit,

mit der wir mit Wasser umgehen, steht im Widerspruch

zu seiner Einzigartigkeit und zu seinem Wert: Ohne sauberes Wasser kann Leben nicht existieren. Das ist

der Grund, warum wir

  • gegen den Missbrauch der Gewässer kämpfen und
  • für den Schutz der Gewässer Vorsorge tragen müssen.

 

Dieses Verhalten nennen wir Vorsorgeprinzip. Es dient dem Schutz der natürlichen Umwelt und nimmt sie nur schonend in Anspruch!

 

Merke: GEWÄSSERSCHUTZ ist UMWELTSCHUTZ !!! 

 

Das Vorsorgeprinzip unterstützt den Gewässerschutz. Es sichert die Qualität unseres Wassers überall dort, wo es gedankenlos und häufig in Anspruch genommen wird:

 

Stoffe, die keinesfalls in den Abfluss gelange dürfen: Reinigungs- und Lösungsmittel, Farben, Medikamente, Motoröle und Abfälle

 

 

   Abfälle, Reinigungs- und Lösungsmittel,

   Farben, Medikamente, Motorenöle aus

   privatem Ölwechsel (Mofa!!!) zum Beispiel

   dürfen nicht in den Abfluss gelangen.

 

 

 

 

Traktor mit Jauchefass beim Düngen eines verschneiten Feldes 

 

 

Überdüngung und chemischer Pflanzenschutz (Pestizide) belasten gefährlich das Grundwasser und überfordern zunehmend die Selbstreinigungskraft des Wassers.

 

 

 

 

Abfluss eines Industriebetriebs

 

 

 

  Ableiten und Ablagern industrieller Schadstoffe

  in unsere Gewässer oder in den Boden bergen

  gefährliche Risiken für die Gewässer. 

 

 

 

 

 

 

"1 Tropfen Öl kann 600 Liter Wasser ungenießbar machen!" Ein weinender Wassertropfen

 

 

Verursacher haftbar machen

Wenn das Wasser erst zu einer gefährlichen und giftigen Brühe geworden ist, die von den Wasserwerken mit sehr viel Geld aufbereitet werden muss, ist es für die Vorsorge zu spät. In diesen Fällen soll nach dem Prinzip gehandelt werden: "Wer einen Schaden verursacht, trägt die Verantwortung und die Kosten dafür."

Diese Einstellung nennen wir Verursacherprinzip! Das gilt für die Landwirtschaft ebenso wie für die Industrie und jeden einzelnen von uns.

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