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Staffelberg

Staffelberg-3
Der Staffelberg: einst eine keltische Siedlung, heute der "Berg der Franken"

Nicht nur wegen seiner Höhe, vor allem auch wegen der steil abfallenden, schon von weitem sichtbaren Kalkfelsen sticht der Staffelberg aus der sonst so lieblichen Mainlandschaft heraus.

Der "Berg der Franken" wurde bereits vor Jahrtausenden besiedelt. Die Kelten errichteten auf dem Felsplateau eine befestigte Siedlung, die Stadt Menosgada, eines der beiden Oppidi Oberfrankens.

Später bauten auch die Germanen eine Burg: Reste einer Bruchsteinmauer sind noch auszumachen. Die Kapelle auf dem Staffelberg ist der heiligen Adelgundis geweiht und war im 17. und 18. Jahrhundert eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.

 

 

Eine der landschaftlich schönsten Wanderungen in Franken beginnt auf dem alten Pilgerweg von Lichtenfels nach Vierzehnheiligen und von da weiter auf dem Höhenweg zum Staffelberg. (Alternative: Über die Hohe Eller nach Vierzehnheiligen)

Vom Gipfel hat man einen einzigartigen Panoramablick ins Maintal und in fränkische Landschaften.


Der Staffelberg liegt südöstlich der Stadt Bad Staffelstein im Landkreis Lichtenfels. Er erhebt sich eindrucksvoll 280 Meter über dem Maintal. Nicht nur wegen seiner Höhe (insgesamt 539 m ü. NN), sondern vor allem wegen der steil abfallenden, schon von weitem sichtbaren Kalkfelsen sticht der Staffelberg aus der sonst so lieblichen Mainlandschaft heraus. Für Touristen wie Einheimische ist er ein beliebtes Ausflugsziel und bietet einen einzigartigen Panoramablick ins Maintal und die fränkischen Landschaften.

Hier ließen sich erstmals in der Jungsteinzeit Menschen nieder. Weitere Funde liegen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. vor.
Zwischen 550 und 480 wurde das Hochplateau erstmals mit einer Holz-Erde-Mauer befestigt. Im folgenden Jahrhundert wurde der Staffelberg zu einer stattlichen Burg ausgebaut, vermutlich bereits von Kelten, die das Plateau mit einer Pfostenschlitzmauer umschlossen. Die Burg brannte um 380 v. Chr. ab.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde im Rahmen starker Zuwanderungen ein keltisches Oppidum (befestigte, stadtartige Siedlung) angelegt – wohl mit dem von dem griechischen Geographen Ptolemäus erwähnten Menosgada gleichzusetzen -, das sich nicht auf das Hochplateau beschränkte, sondern die umliegende Jurahochfläche einschloss und damit ein Areal von 49 ha umfasste. Eine 2,8 km lange Mauer schützte die Siedlung. Münzfunde deuten auf wirtschaftliche Beziehungen zu Böhmen, der Nordschweiz, Manching, Kappadokien und Rom hin; zwei eiserne Münzstempel zeigen an, dass auf dem Staffelberg wohl auch Geld geprägt wurde.

Wohl um 30 v. Chr. wurde die Siedlung aus unbekannten Gründen aufgegeben. Erst in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts richteten Germanen eine befestigte Siedlung auf dem Hochplateau ein, die bis ins folgende Jahrhundert bestand. Anschließend war der Staffelberg nicht bebaut.

Im Mittelalter diente der Staffelberg als Standort für eine Kirche, die der heiligen Adelgundis, Äbtissin von Maubeuge (Nordfrankreich), gewidmet war. Möglicherweise in karolingische Zeit zurück reichend, wird sie erst 1419 erwähnt. Der spätgotische Bau wurde wohl um 1525 im Bauernkrieg zerstört. Unter Verwendung der Ruine wurde die Kirche nach dem Dreißigjährigen Krieg in den Jahren1651-1653 wiederrichtet (erweitert 1754, Turm 1871). Im 17. und 18. Jahrhundert war sie eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.

Neben der Kirche wohnten von 1696 bis 1929 Eremiten. Der bekannteste Eremit war Ivo Hennemann (1823–1900), der als „Einsiedelmann“ in Joseph Victor von Scheffels Gedicht Wanderfahrt (heute bekannt als Frankenlied) vorkommt. Heute steht dort die 1883 erbaute Staffelbergklause, die Wanderern eine Einkehr ermöglicht.
(Quelle: Prof. Dr. Günter Dippold)


Sagen über den Staffelberg

Der Schatz im Innern des Berges

Tief im Innern des Staffelberges ist in einer unzugänglichen Höhle ein großer Schatz verborgen. Alle hundert Jahre öffnet sich zu mitternächtlicher Stunde an Johanni (24. Juni) der Berg und gibt für eine Stunde den Weg zu den unterirdischen Räumen frei. Doch nur Sonntagskindern ist es möglich, das Berginnere zu schauen. Einmal wurde in einer solchen Nacht ein junger Schäfer durch ein donnerndes Dröhnen aufgeschreckt. Da er an einem Sonntag geboren war, konnte er den geöffneten Berg betreten. Angezogen und geblendet von den unermesslichen Reichtümern, die er vorfand, wurde er immer tiefer in den Berg gelockt. Ehe er sich seine Taschen voll Gold und Edelsteine stopfen konnte, war die kurze Frist von einer Stunde verstrichen. Mit einem Dröhnen schloss sich der Berg wieder und versperrte dem Schäfer den Weg ins Freie. Hundert Jahre lang musste er warten, bis sich der Berg wieder öffnete. Als alter Mann verließ er diese Stätte, seine Taschen leer, er brauchte keine Reichtümer mehr. (Quelle S. Radunz)

Die Querkela

In der Querkeleshöhle des Staffelberges wohnten einst kleine Wesen, Querkela genannt. Sie waren hilfreich und freundlich zu jedermann. Bei den Menschen waren sie gern gesehene Gäste, denn sie verrichteten manche Arbeit, halfen bei Krankheiten und wussten Rat bei allen schwierigen Aufgaben.
Am liebsten kamen die Querkela in die Dörfer an den Tagen, an denen die Bäuerinnen Klöße kochten. Denn die rohen Kartoffelklöße, heute noch eine fränkische Spezialität, waren das Leibgericht der kleinen Wichte. Weil sie die Klöße gar zu gern aßen und nicht genug davon kriegen konnten, stahlen sie sich manchmal sogar einen aus dem Kochtopf. Die Frauen wussten dies und duldeten es stillschweigend, hatten sie doch auch manchen Vorteil von den Querkeln.
Eine geizige Bauersfrau aber gönnte den Querkeln die Gabe nicht und so zählte sie ihre Klöße ab, ehe sie in den Topf eingelegt wurden. Die Querkela merkten dies sogleich und blieben den menschlichen Wohnungen fern. Eines Tages hörte man ein Wehklagen vom Staffelberg her und in der gleichen Nacht zogen die guten Zwerge vom Staffelberg fort. Sie verließen mit Sack und Pack ihren Berg und zogen hin zum Maintal. Als sie bei Hausen das Mainufer erreichten, ließen sie sich vom Fährmann über den Fluss setzen. Sie zogen wortlos den Banzberg hinauf und wurden nie mehr gesehen. (Quelle S. Radunz)

Der Fisch im Staffelberg

Wo heute der Staffelberg in die Höhe ragt, war vor Jahrmillionen das große Jurameer. Das Wasser des Meeres ist zwar verschwunden, doch tief im Staffelberg ist ein großer See geblieben. In diesem unterirdischen Gewässer lebt ein riesengroßer Fisch. Er ist so groß, dass er seinen Schwanz im Maul halten muss, um im Berginnern Platz zu haben. Sollte den Fisch eines Tages die Kraft verlassen, so dass er den Schwanz loslassen müsste, würde dieser mit mächtiger Kraft den Berg zerschlagen. Das Wasser im Staffelberg aber würde das ganze Frankenland überfluten und in ein unheimliches Meer verwandeln, wie es einstmals war. (Quelle: S. Radunz)




Die Staffelbergklause
(auf dem Staffelberg)
Tel: 09573/5437
Öffnungszeiten:
Ruhetag: Dienstag
April – Okt.: 10:00 – 22:00 Uhr
November: geschlossen
Dez. – März: Freitag ab 14:00 Uhr
Samstag ab 12:00 Uhr
Sonn- & Feiertage: ab 10:00 Uhr

 

Blick vom Staffelberg auf Bad Staffelstein

Blick vom Staffelberg auf Lichtenfels

 

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